Immunsystem - Entzündung |
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Entzündungen sind eine Methode des Immunsystems an bestimmten Stellen des Körpers besonders aktiv wirken zu können. Diese verstärkte Aktivität kann nötig sein, um Krankheitserreger zu bekämpfen oder auch Gewebs-Schädigungen durch andere Reize. Kennzeichen einer EntzündungEine Entzündung kann man an folgenden Kennzeichen erkennen:
AllgemeinsymptomeBei schwereren Entzündungen kann noch Fieber hinzukommen, was ja auch eine Massnahme des Immunsystems ist, mit Krankheitserregern und anderen Reizen fertig zu werden.Wirkungsweise einer EntzündungEntzündungen finden immer im Bindegewebe und im Gefässsystem statt. Die eigentlichen Organ-Zellen (Parenchym) entzünden sich nicht, aber da Bindegewebe und Blutgefässe in der einen oder anderen Form fast überall anzutreffen sind, kann auch nahezu überall eine Entzündung stattfinden.Sie dient dazu, einen schädigenden Reiz möglichst schnell und wirksam zu bekämpfen. Erweiterung der BlutgefässeSobald der schädigende Reiz als solcher erkannt ist, erweitern sich die Blutgefässe, um mehr Blut und damit auch mehr weisse Blutkörperchen an die betroffene Stelle zu bringen. Daher kommt es zur Rötung und zur Wärme.Gesteigerte GefässdurchlässigkeitDie Gefässe an der entzündeten Stelle werden durchlässiger, damit die weissen Blutzellen zu den Zellen des Gewebes gelangen können. Zusammen mit den Zellen tritt auch vermehrt Gewebsflüssigkeit aus den Blutgefässen aus. Dadurch kommt es zur Schwellung und weil die Schwellung auf die Nervenendigungen trifft auch zu Schmerzen.Die gesteigerte Gefässdurchlässigkeit wird durch verschiedene Stoffe ausgelöst:
Eine Erklärung der anderen Stoffe würde den hiesigen Rahmen sprengen. Aber es kann nützlich sein, zu wissen, dass diese Stoffe für eine gesteigerte Gefässdurchlässigkeit sorgen, falls die Stoffe in irgendeinem Zusammenhang erwähnt werden. Das in den Gefässen verbleibende Blut wird wird dicker und staut sich. Es kommt zu einem Blutstau (Stase). Weisse Blutkörperchen am EntzündungsherdDurch die erweiterte Gefässdurchlässigkeit gelangen die weissen Blutkörperchen (Leukozyten) in grosser Zahl an die gereizte Körperstelle und können dort ihre Arbeit aufnehmen.Sie fressen Krankheitserreger, unerwünschte Partikel und kranke Körperzellen auf. Eventuell vorhandene Antikörper bekämpfen virale Angreifer. Diese Vorgänge werden von anderen chemischen Substanzen unterstützt, die von bestimmten Blutkörperchen produziert werden. EiterDie Reste der gefressenen Krankheitserreger und kranken Körperzellen werden zu Eiter.In kleinen Mengen oder wenn er oberflächloich entsteht kann der Eiter vom Körper abtransportiert und ausgeschiedenen werden, aber wenn es ohne abflussmöglichkeit zuviel wird, sammelt er sich an und kann zum Abszess werden. Solche Abszesse müssen vom Arzt geöffnet und geleert werden, wenn sie dann nicht von selbst tun, wie es bei vielen Furunkeln der Fall ist. Wenn sich ein Abszess ins Körperinnere öffnet und leert, kann dies lebensbedrohliche Folgen haben, z.B. bei Blindarmentzündungen (Wurmfortsatzentzündungen). UrsachenAls Ursache denkt man bei Entzündungen meistens vorwiegens an Bakterien und Viren, aber auch physikalische und chemische Reize können Entzündungen verursachen.Sogar körpereigene Reize können Entzündungen auslösen, wie das beispielsweise bei Allergien und Autoimmunkrankheiten (z.B. Rheuma) der Fall ist. Folgende Ursachen können Entzündungen auslösen:
Entzündungs-KrankheitenViele Krankheiten gehen mit Entzündungen einher, genau betrachtet sogar die meisten Erkrankungen.Solche Krankheiten tragen in der medizinischen Fachsprache meistens Namen mit einem "itis" am Ende. Das gilt aber nicht für alle Entzündungserkrankungen, denn beispielsweise die Pneumonie hat kein "itis" am Ende und ist trotzdem eine Lungenentzündung. Beispiele für Entzündungs-Krankheiten mit der Endung "itis":
Blutanalyse bei EntzündungenSelbst mit einfachen Blutuntersuchungen kann der geübte Mediziner schon anhand einer Blutprobe feststellen, dass eine Entzündung vorliegt.Es kommt zu:
BehandlungZunächst mal ist es wichtig zu erkennen und zu akzeptieren, dass eine Entzündung eine beabsichtigte Massnahme des Körpers ist, um schlimmere Krankheitfolgen zu verhindern (gilt nicht für Allergien).Daher gilt es nicht, die Entzündung als solches zu bekämpfen, sondern sie bei ihrer Arbeit so zu unterstützen, dass sie möglichst zügig erledigt werden kann. Eine Unterdrückung der Entzündungsreaktion ohne zusätzliche Unterstützung beim Kampf gegen den Verursacher könnte dem Körper also eher schaden als nützen. Entzündungen, die stärker als angemessen ablaufen, sind hiervon natürlich ausgenommen. Ruhe gönnenIm Fall einer Entzündung sollte man der betroffenen Körperpartie oder dem ganzen Körper also ausreichend Ruhe geben, dass die Arbeit der Entzündung erledigt werden kann und der Krankheitsverursacher erfolgreich bekämpft wird.Das bedeutet also Schonung eines entzündeten Fingers oder Bettruhe bei grösseren Entzündungen. Bekämpfung der UrsacheUm der Entzündung bei der Arbeit zu helfen, tut man gut daran, den Verursacher seinerseits zu bekämpfen.Das kann ein desinfizierendes Bad bei einem entzündeten Finger sein, Entfernung eines physikalischen oder chemischen Reizes (z.B. Splitter entfernen), eine antibakterielle Inhalation bei Nebenhöhlenentzündungen oder bei schweren Allgemeinerkrankungen zur Not auch mal Antibiotika. Linderung der EntzündungWenn man die Ursache der Entzündung erkannt hat und sicher ist, dass sie ausreichend bekämpft wird, dann kann man die unangenehmen Erscheinungen der Entzündung auch lindern.Oder wenn der Körper stärker entzündet als nötig ist, was beispielsweise bei Rheumatismus oder Allergien der Fall ist. SchulmedizinischDie einfachste und bekannteste schulmedizinische Möglichkeit, Entzündungen zu lindern sind Präparate, die Acetylsalizylsäure (z.B. Aspirin) enthalten.Dieser Stoff wirkt nicht nur schmerzlindernd und fiebersenkend, sondern er bremst auch Entzündungsprozesse. Bei regelmässiger Einnahme kann er jedoch die Magenschleimhaut schädigen, sodass es zu Magengeschwürden kommen kann. Ein anderer Stoff, der ähnlich aber stärker wirkt, ist Ibuprofen. Auch er wirkt gegen Schmerzen, Fieber und Entzündungen. In besonders schlimmen Fällen werden auch häufig Kortisonartige Substanzen verordnet. Diese haben jedoch bei Langzeiteinnahme schwere Nebenwirkungen und sollten daher nur kurzfristig genommen werden. KräuterEs gibt sehr viele Kräuter, die Entzündungen hemmen. Hier nur einige der wichtigsten: Die Kräuter kann man als Tee trinken oder bei oberflächlichen Entzündungen auch als Waschung oder Umschlag äusserlich verwenden.Ätherische ÖleHier einige der zahlreichen ätherischen Öle, die entzündungshemmend wirken: Die ätherischen Öle kann man verdünnt auf betroffene Körperpartien auftragen.Bei Entzündungen der Atmungsorgane kann man einige Tropfen ätherischer Öle zu einem Dampfbad hinzufügen. Ayurveda
Homöpathisch
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